Welche Freiheit hatten Frauen im Hohen Mittelalter? Hatten sie überhaupt eine? Im meinen Romanen gehe ich dieser Frage nach. Dabei ist es mir wichtig, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Soweit bekannt. Soweit recherchierbar. Es geht mir darum, Geschichten zu schreiben die sich so zugetragen haben könnten. Deshalb sind meine Heldinnen auch ganz normale Frauen, die im Rahmen dessen was möglich ist, sich zu entfalten suchen.
Im Roman Freiwort geht es um eine junge Adlige im römisch-deutschen Kaiserreich Friedrich Barbarossas, die den ungewöhnlichen Wunsch hat, Recht zu studieren. Sie bricht dazu keine Normen und respektiert Konventionen. Doch sie nutzt die Möglichkeiten, die sich bieten mit Klugheit und Entschlossenheit. Freiwort, der Augenblick der Freiheit, in der sich die Chance eröffnet, Wünsche zu verwirklichen.
Im Roman Bernhardshûs stehen Beginen im Mittelpunkt. Eine Gemeinschaft von Frauen, die ein gottgefälliges, aber selbstbestimmtes Leben führen wollen. In diesem Roman geht es auch um die Freiheit des Glaubens, um die direkte Erfahrung Gottes, die keine (Heilige) Schrift und keinen Mittler braucht.
Detail aus: La Sainte Abbaye, 1294, The British Library, Add. Ms. 39843, vol. 6 v.
Ez wuohs in Palatin ein vil édel magedîn,
daz in allen landen niht schœners mohte sîn,
Alush geheizen: si wart ein schœne wîp.
dar umbe muosen degene vil verlíesén den sin.
Mit diesen Worten, bei denen man zu Recht an die zweite Strophe des Nibelungenlieds denkt, beginnt der Roman über eine junge Frau, die im hohen Mittelalter gelebt hat und deren grösster Wunsch es war Recht zu studieren.
Im finsteren Mittelalter? Eine Frau?
Ja, im Mittelalter. Im 12. Jahrhundert, um genau zu sein. Denn dieses Jahrhundert war gar nicht so dunkel wie oft angenommen und Vieles war möglich, was später nicht mehr möglich war.
Reise Ge-leit ist ein kleiner Reiseführer zum Buch, in dem ich einige Besonderheiten des hohen Mittelalters erkläre, die für den Roman von Bedeutung sind.
Unter Sanc unde Spil habe ich eine Auswahl von Musikstücken hörbar gemacht, wie sie
zur Zeit von Alush erklungen haben mögen.
Da man im Mittelalter die Tage im Jahr mit dem Namen einer oder eines Heiligen bezeichnete, habe ich unter Tac unde Naht die Tage aufgeführt, die im Roman eine Rolle spielen.
Freiwort kann über den Shop von tredtion bezogen werden.
Salve Regina / Part of the Matheson Trust Sacred Audio Collection
https://www.themathesontrust.org/library/salve-regina-audio
Das Salve Regina (Sei gegrüsst, heilige Königin) ist eine Marienhymne, die nach dem Kompletgebet und in manchen Fällen auch nach der Laudes oder anderen Stundengebeten rezitiert wurde.
Im Bernhardshaus gesungen von Jost, dem Kaplân und den Beginen, Hemma, Osanna, Luitgard, Charis und Edme.